Artikel mit Tag SoftwareEntwicklung
Freitag, 15. Mai 2009
 Karl Kleine, Informatik-Prof an der FH Jena, hat seine schon beachtliche Sammlung von Historic Documents in Computer Science zugänglich gemacht: Manuals zu Programmiersprachen, die kaum noch jemand kennt, für die Informatik grundlegende Patente, und – ziemlich geekig – Schablonen zum Anfertigen von Flowcharts.
Meine Schablone habe ich noch aus der Zeit des Studiums, sie ist also nicht ganz so alt wie seine.
(via information aesthetics)
Mittwoch, 24. September 2008
Am 27. September vor 25 Jahren kündigte Richard M. Stallman mit einem Posting “new UNIX implementation” in den Newsgroups net.unix-wizards und net.usoft GNU an. Was seitdem passierte, ist Legende. Wir alle nutzen alltäglich GNU-Software, viele wenden diese bewusst und aktiv an, die meisten schätzen die GPL. – Freie Software ist zum Glück aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Umfassende und kenntnisreiche Würdigungen werden in diesen Tagen verschiedentlich gesungen, z.B. in iX 10/2008, S95ff. Ich persönlich kann seit meiner “Erweckung” nicht mehr ohne GNU; es ist als User einfach toll und produktiv, auf den verschiedensten Unixen (selbst unter Windows) die gleiche Software zu benutzen: emacs oder vim, gcc, die shellutils und die bash, sowie vieles mehr, nicht zu vergessen da unverzichtbar: die zahlreichen freien Softwarebibliotheken. Vielleicht ist es ein Segen, dass man bei der FSF zunächst das Augenmerk auf die User-Level-Software gerichtet hat. Ob man den GNU-Kernel Hurd braucht, vermag ich nicht einzuschätzen. Ist eine Konzentration auf GNU/Linux nicht besser?
Herzlichen Glückwunsch!
Samstag, 29. September 2007
Mir wurde gestern glaubhaft versichert, dass es tatsächlich ITler gibt, die es ablehnen, mit Open Source Software zu arbeiten – bezogen auf Tools und den eigenen Code-Output. Ich nahm es mit einiger Verwunderung auf, ging es doch erstens nicht um Kunden sondern um Entwickler und zweitens bewegen wir uns im universitären Umfeld.
Im Übrigen kann ich Jörns Feststellungen zu Ehrlichkeit & OSS nur zustimmen.
Mittwoch, 20. Juni 2007
Der Plat_Forms-Wettbewerb ist zu Ende gegangen, doch ob die Streitigkeiten zwischen den Fürsprechern oder Kontrahenten beigelegt sein werden? Egal.
Eine Überraschung ist, dass in Punkto Sicherheit PHP deutlich besser abgeschnitten hat, als zu erwarten war. Weiter: In gleicher Zeit, 30 Stunden standen zur Entwicklung des Webportals zur Verfügung, ließen sich mit PHP funktionsreichere Lösungen entwickeln als mit Perl; bei Java gab es enorme Unterschiede zwischen den drei Teams. Alle drei Plattformen zeigten kein inhärent ideales Verhalten. Perl-Lösungen waren am kompaktesten, die Java-Programme am umfangreichsten. Und, das ist keine Überraschung, das Personal ist wichtiger als die Plattform. Was man daran sieht, dass Schwankungen zwischen den drei Teams einer Plattform ... größer waren als die Unterschiede zwischen Teams verschiedener Plattformen. Dies unterstreicht wieder die Erkenntnis, dass das Personal wichtiger als die Technologie ist. Noch steht zu den Ergebnissen nichts auf der Plat_Forms-Website, die Presse weiß aber schon alles seit gestern: Heise, Computerwoche.
[UPDATE 28.06.07: Dort stehen inzwischen die Ergebnisse, als Summary, als Präsentation, als sehr ausführlicher und detaillierter Report!]
Montag, 9. April 2007
 Das Skript der Fernuni Hagen zum Kurs “Management von Softwareprojekten” für das Sommersemester 2007 ist auf dem Stand von 2001, die referenzierte Literatur ist aus den 90er, teilweise aus den späten 80er Jahren. Der Überblick zu verschiedenen Vorgehensmodellen ist etwas für historisch Interessierte. Für diese mögen die umfangreichen Darlegungen zum V-Model 97 durchaus interessant sein. Seit November 2004 jedoch ist in der Branche, so man denn das Modell des Bundes heranzieht, das aktuelle V-Modell XT verbindlich. Immerhin wird, ein Tribut an die Modernität, auch ausführlich auf XP eingegangen.
Ich lege mir ‘mal als Korrektiv Scott Berkuns die bekannten Wunderwaffen und Methoden remixendes “ Die Kunst des IT-Projektmanagements” daneben...
Donnerstag, 8. März 2007
Nein, der Plat_Forms-Contest 2007 ist offiziell noch nicht ausgewertet. Es soll hier nur um ein Lebenszeichen, um Zeichen der Weiterentwicklung von Perl gehen. Falls da jemand dran zweifelt. Version 5.10 kommt, Version 6 auch. Irgendwann. Anlässlich des 9. deutschen Perl-Workshops wurde ein deutschsprachiges Perl-Magazin gelauncht. Sollte das Layout so grottig schlecht bleiben, wie das der Leseprobe, dann muss man sich allerdings Sorgen machen.
Im Rahmen von Plat_Forms 2007 hatten offensichtlich andere Plattformen als Java, Perl und PHP Sorgen handfesterer Art: Neither Python nor Ruby nor, surprisingly, .net had a sufficient number of sufficiently qualified applications. In order to ensure the quality of the teams, we have thus not included these platforms in the contest this year.
(via iX)
Donnerstag, 25. Januar 2007
Warum heißen Schnittstellen Schnittstellen, und nicht was sie eigentlich sein sollten: Verbindungsstellen? Weil Schnittstellen nie andauernd und richtig funktionieren und dabei auch noch wartungsarm sind. Weil Schnittstellen Schnittstellen sind, tun sie weh. Schnittstellen eben.
Donnerstag, 25. Januar 2007
Es ist schon eine Weile her, dass ich gecodet und dabei auch ein Versionsverwaltungssystem benutzt habe. Konkret war’s CVS im XEmacs. Inzwischen hat sich einiges getan auf dem Markt, allgemein wendet sich die Open Source Szene von CVS ab, Subversion aka SVN ist hip. Also tat ‘mal etwas geistige Auffrischung not und da kam eine Abendveranstaltung des Berlin-Brandenburger-Softwareforums beim Fraunhofer ISST mir gerade recht.
Stephan Schmidt von Fraunhofer FIRST gab einen Überblick zu Produktlinien- und Release-Management mit Versionskontrollsystemen. Christopher Sahnwaldt vom Finanzdienstleister Hypoport AG stellte ein selbst entwickeltes automatisiertes Release-Management mit CVS, CruiseControl und Ant für das Zielsystem Tomcat vor. Am spektakulärsten war das Thema des Vortrages von Carsten Pfeiffer von Gebit Solutions: Versionsverwaltung im KDE-Projekt. 1.500 Entwickler, Dokumentatoren, Grafiker, Webdesigner und Übersetzer arbeiten weltweit verteilt über SVN am Desktop Environment.
Die Website enthält keine Häppchen und Drinks, aber die Vortragsfolien.
Mittwoch, 17. Januar 2007
Ich bezweifle ja, dass die Streitereien sich endgültig begraben werden lassen. Schließlich entwickeln sich die Dinge weiter. Aber für eine empirische Bestandsaufnahme mit größtmöglicher Validität taugt es allemal: “ Plat_Forms”.
Im Oktober hatte ich auf die Aktion vom Informatik-Institut der FU, dem Linux Business Campus Nürnberg und der iX hingewiesen. Nächste Woche ist nun der Wettbewerb: je drei Java-, Perl- und PHP-Teams erhalten in Nürnberg die Aufgabe, binnen 30 Stunden eine vorgegebene Web-Anwendung umzusetzen. Die Resultate sollen wir aber erst im Mai erfahren.
P.S.: Die Zahl der zu evaluierenden Programmiersprachen hat sich reduziert. Jedenfalls gibt es eine Differenz zwischen Presseerklärung und Website.
(via idw)
Sonntag, 17. Dezember 2006
Arbeitet man an einem linuxbasierten Arbeitsplatzrechner und hat die Freiheit, sich den Desktop (KDE, Gnome, xfce, fvwm, WindowMaker usw.) auszusuchen, so ist das nur die Spitze des Eisberges, das Sichtbare des eigentlichen Dilemmas.
Ich bin in den vergangenen Jahren wie bei der Wahl der Distributionen zwischen diesen Desktop-Varianten hinundher gependelt. Rundum zufrieden – im Sinne von die anderen ausschließen – konnte ich mit keiner sein, immer wurden alle grundlegenden Bibliotheken mitinstalliert, um die eine oder andere liebgewordenen Anwendung aus dem jeweils anderen Lager auch benutzen zu können. Dass die Bedienung und Konfiguration, das Verhalten sich oft fundamental unterschied, das Aussehen sowieso, das konnte ich verschmerzen. Man war ja abgehärtet.
Aber schön war das nicht.
Linux für den Desktop ist eine Geschichte, die nichts mit dem Markt, mit den Kundenwünschen zu tun hat. Novell hatte 2005 die Anwender befragt, was ihnen fehlt. Die Liste enthielt das, was zu erwarten war. Doch die Distributoren werden da nicht selber Hand anlegen. Und für die ISVs lohnt es sich kaum, für einen 3%igen Marktanteil zu produzieren. Dies, die fehlenden Fachanwendungen jenseits von Office, ist auch ein Grund, warum sich Linux bisher selbst auf den stark reglementierten, zentral administrierten Desktops in öffentlichen Verwaltungen nicht durchsetzen konnte.
Es sei denn, die Desktop-Vielfalt unter Linux verschwindet allmählich. Bzw. zu entwickelnde Standards werden in allen Desktops umgesetzt, wie es das Portland-Projekt versucht. Dass eine Standardisierung machbar ist, zeigt ja LSB.
(Lesenswerter Artikel bei heise open: Portland: Linux-Desktop aus einem Guss)
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