Samstag, 23. Mai 2009
... war einfach unglaublich toll, phantastisch! Mit ihren kongenialen Begleitern Jon Sass (Tuba) und Lucas Niggli (dr/perc) bestritt sie eine wahre Tour de Force in einem Teil ihres weiten musikalischen Kosmos, laut Plakat: Jazz, Experimental, Performance, Folk. Eines von mehreren Highlights war, wie sie die beiden Songs “Don’t Think Twice” und “Revolution” quasi übereinander gelegt darbrachte, sich diese im “allright” Dylans / Lennons synchronisierten. Oder ein Eminem-Rap mit Jodel-Refrain gebrochen.
Erika Stucky ist eine begnadete Performerin, jede Geste, einfach alles ist Musik! Das muss man selbst erleben – ab und zu ist ja Gelegenheit dazu.
Dienstag, 3. Februar 2009
Johannes Kreidler hat Melodien aus Aktienkurven arrangiert. Den “vorfinanzierten Hörsturz zur Finanzkrise” kann man sich auf KULTURTECHNO holen: Charts Music.
Kreidler bloggt auch über die Reaktionen auf das Stück: U.a. wird anderswo ernsthaft diskutiert, ob die Aktienkurse geistiges Eigentum seien. Dann würde mit Charts Music eine Urheberrechtsverletzung vorliegen, und in dieser Wunde rührt Kreidler ganz bewusst auf seine aktions-künstlerische Art. Nicht erst mit diesem Stück, nicht erst seit der GEMA-Aktion.
(via Moewenglanz)
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Holly Cole mit ihrem Quartett startete gestern eine herbstliche Europatour – in Mainz. Am Abend zuvor aus Kanada eingetrudelt – wenn ich sie richtig verstanden habe – brauchten sie und wir zwei, drei Songs, um warm zu werden. Aber danach, welch’ Spielfreude! Die Songs von Tom Waits (und Captain Beefheart) verlangen ja einiges an instrumentaler Artistik. Vielleicht muss man jetlagged sein, um letztlich so gelöst aufzuspielen.
Die Chance, das zu erleben, gibt es noch in Ludwigsburg, Ingolstadt, Mannheim, Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Oldenburg.
(s.a. Main Rheiner)
Freitag, 24. Oktober 2008
Cäsar ist tot, seit gestern. Lese ich eben auf der Wikipedia-Hauptseite.
Freitag, 24. Oktober 2008
 Dieses Album kann ich allen, denen Schubladendenken beim Hören von Musik fremd ist, nur empfehlen! Der japanische Trompeter Jun Miyake hat mit Arto Lindsay, Lisa Papineau u.a. sowie Tuba, Cello, Chor, Sinfonieorchester, allerlei Schlagwerk, Gitarre und Samples ein traumhaft schönes Album gebastelt. Bossa Nova ist ein Grundmotiv, beschreibt diesen Sound aber nur völlig unzureichend. Es ist kein Cool-Jazz, keine Weltmusik, kein Trip-Hop. Alles ist sehr raffiniert miteinander verwoben, aber ganz und gar nicht “verkopft”.
Übrigens: diverse Soundschnipsel, wie z.B. bei iTunes, zeigen den Schwachsinn dieser Kauf-Anmache: wenn die ersten paar Sekunden schon für das Werk sprechen können sollen, muss dieses ein ziemlich langweiliges sein.
Der Tipp zu Miyake / Stolen from strangers kam via Rezension in einer Zeitung. Online-Rezensionen finden sich aber auch ( 1, 2, 3).
Dienstag, 21. Oktober 2008
Nächste Woche, am 29.10., im Frankfurter Hof, hier um die Ecke: Holly Cole singt Tom Waits!
Dann steht der November vor der Tür, draußen wird’s ungemütlich. Da kommt das LiteraturBüro Mainz e.V. mit “auszeit – ein literarisches Herbstprogramm” vielleicht gerade recht. Es gibt Lesungen unter dem Aspekt Zeit. Kracht war schon dran, noch kommen zum Beispiel Jochen Schmidt mit seinem Proust-Projekt “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”, Juli Zeh mit ihrem Buch “Schilf” und Thomas Lehr mit “42”.
Montag, 6. Oktober 2008
Gestern habe ich mich wieder einmal (aber leider viel zu kurz) an Mitsuko Uchidas Interpretation der späten Beethoven-Sonaten erfreut, insbesondere an der unglaublich modernen Variation 3 der Nr. 32.
Heute lese ich über eine gemeinsame Präsentation von musikgeschichtlichen Exponaten des Schott-Verlages in der Stadtbibliothek Mainz: “Der Musikverlag Schott von den Anfängen bis heute”. Vieles sei dort zu entdecken, z.B., dass Beethoven noch auf dem Sterbebett Schott um “ein paar Bouteillen alten Rheinwein” bat, die sein Arzt verordnet hatte (!), aber in Wien nicht zu bekommen waren.
(via netbib, Bericht in der Allgemeinen Zeitung)
Mittwoch, 10. September 2008
 Das Antiquariat am Ballplatz feiert sein zehnjähriges Bestehen: Am Freitag, dem 12. September 2008 stellt Bettina Augustin anläßlich des 100. Geburtstages von Annemarie Schwarzenbach ihr Buch: “Der unbekannte Zwilling. Annemarie Schwarzenbach im Spiegel der Fotografien” vor.
Der Kontrabassist Vitold Rek begleitet die Lesung mit jazzigen Improvisationen. Außerdem wird die Ausstellung von Diana Kahn, deren Bilder ihrerseits durch Photographien und Texte von Schwarzenbach inspiriert sind, eröffnet.
 Am 13. und 14. September veranstaltet die Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität zum siebten Mal den Wissenschaftsmarkt, gesponsert durch und mit Teilhabe von Wirtschaftsunternehmen und Instituten. Dem Programm zufolge sind Medizin, Mathematik, Geschichte, Archäologie die Schwerpunkte.
Donnerstag, 14. August 2008
 Nachzutragen bleibt dieser Schnappschuss vom grandiosen Finale eines bombastischen Konzerts am Dienstag Abend im Schlachthof Wiesbaden. Sigur Rós – plus streichende Damen und blasende Herren – war in Superform & -Laune, das Publikum ebenso. Ob es des Konfettiregens, der Seifenblasen, der enormen Lichtshow wirklich bedurft hätte? Aber ich will nicht ‘rummäkeln, es war ein rundum gelungener Abend!
Die Zugabe war dann mein persönliches Lieblingsstück, das Finale “Untitled 8” vom ()-Album.
(s.a. Geliebte Merkwürdigkeiten)
Montag, 30. Juni 2008
 Für Freunde der innovativen, schrägen Musike kommt hier ‘mal wieder ein aktueller Tipp: Marc Ribot, der Mann der mit seinem Gitarrensound auch Tom Waits Alben prägt, hat mit seiner neuen Band Ceramic Dog ein Album eingespielt und lädt zur “ Party Intellectuals”. Ich war nach kurzem Probehören sofort begeistert.
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