Artikel mit Tag Literatur
Freitag, 12. Juni 2009
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Der Möchtegern-Intellektuelle Sloterdijk rechnet mit dem Steuerstaat ab und ruft zum Bürgerkrieg auf, in der FAZ. Irgendwie lächerlich, irgendwie süß. - Debatten - Feuilleton - FAZ.NET
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Lobhudelei zu Dietmar Dath: Maschinenwinter - Thomas Doerfler: Vorderstes Interesse von Dath ist es, die letzten Verstaubtheiten des (alten) linken Denkens “ante 1989” hinwegzufegen, um Platz für das Neue zu machen: dem technisch durchgeplanten Sozialismus auf Basis der entfesselten, nicht ideologisch gebannten Maschinen. (sic et non. zeitschrift für philosophie und kultur. im netz.)
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ziemliche gute Rezension zu Daths “Maschinenwinter”, geschrieben von: Tim Boson: “Palaver unter postmodernen Theoriemessies” (Titel - Kulturmagazin - Literatur, Rezensionen und mehr :: Literatur, Buchkritik, Rezension aus Literatur, Krimi, Lyrik, Musik und Film)
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WeiterGen | ScienceBlogs.de - Die Autoren des Papers zeigen, dass das aktuelle Virus aus mehreren im Schwein zirkulierenden Viren kombiniert ist. Die Übertragung auf den Menschen muss schon einige Monate vor Bekanntwerden des Ausbruchs in Mexico und den USA erfolgt sein. Eng verwandte Viren wurden bereits vor 9 bis 17 Jahren in Schweinen gefunden. Die Autoren schließen daher aus, dass es sich um ein künstlich hergestelltes Virus handelt. Diese Annahme gab ja Anlass zu allerlei Verschwörungstheorien.
Donnerstag, 11. Juni 2009
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egotrip.de: Man muss sich Dietmar Dath als einen Menschen vorstellen, der tage- und nächtelang durch Wikipedia gereist ist, um Sachverhalte aus Wissenschaft, Technik und Geschichte zu evaluieren und zu klären. Herausgekommen ist dabei ein modernes Märchen voller alter und neuer Mythen, das sich überdies durch eine hohe Fabulierkunst und einen äußerst wandlungsfähigen Stil auszeichnet.
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Heike Faller: „Wie ich einmal versuchte, reich zu werden - Mein Jahr unter Spekulanten“ - Themen - Feuilleton - FAZ.NET
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Webdesign und Webentwicklung im Webstandard-Blog: Um den Support der aktuellen Browser(-versionen) in Sachen CSS und JavaScript noch ein wenig genauer zu beurteilen, wurde alle Browser drei weiteren Test unterzogen.
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Wofür steht die Piratenpartei? Andreas Popp (Mitbegründer der Piratenpartei): Wir beschäftigen uns mit Politik rund um die Informationsgesellschaft. Darunter fallen Themen wie Bürgerrechte, informationelle Selbstbestimmung, Informationsfreiheit und Zensur, sowie die Problematik des sogenannten geistigen Eigentums. - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
Mittwoch, 10. Juni 2009
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heise online - 10.06.09 -
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Webdesign und Webentwicklung im Webstandard-Blog: ein Test, bei dem die unterschiedlichen Ladezeiten der JavaScript-Frameworks Prototype, jQuery, MooTools, Dojo, YUI in Bezug auf CSS-Selektoren abgefragt werden.
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Der Umblätterer » Marlene Streeruwitz spart sich alles Alibi-Gequatsche von wegen Identifikation mit der Namensgeberin (Annette von Droste-Hülshoff): “Das kann ich nicht.” Stattdessen dekonstruiert sie einfach den 10-Zeilen-Lebenslauf der Droste bei Gutenberg@SP*N - sehr gut! Man hätte gar nicht für möglich gehalten, dass die KurzbioÂgrafien in dieser Online-Frische-Box für Literatur so gammelig sind...
Samstag, 25. April 2009
Pünktlich zum Welttag des Buches und des Urheberrechts hat Jürgen Neffe (“Einstein”, “Darwin”) in der Zeit einen langen Beitrag zum Kulturwandel in Sachen Buch geschrieben: “Es war einmal”. Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende, wenngleich es diese weiter geben wird. Die bestimmende Form aber ist die digitale, und Neffe findet das ganz und gar nicht traurig. Er macht auch gleich einige Vorschläge für die Vermarktung digitaler Texte. Insgesamt sieht er im digitalen Zeitalter sogar mehr Chancen für eine autorengerechtere Entlohnung. Neffe schließt mit Womöglich werden wir oder unsere Nachfahren eines Tages, um das Lesen und Schreiben zu retten, noch einen Schritt weiter gehen und allen alle Texte und Inhalte grundsätzlich kostenlos zur Verfügung stellen. Freie Lektüre als Teil des Grundrechts auf Bildung – und als Erfolgsmodell moderner Wissensgesellschaften. Open Access wäre nicht der Untergang des Abendlandes. Im Gegenteil. (In der heutigen FAZ ist übrigens ein Foto von Enzensberger vor seinem Bücherregal; darinnen präsentiert er stolz ein eBook-Reader.)
Herr Reuß (siehe hier) hingegen kann es nicht lassen: wiederholt und mit Methode vermengt er seine nicht unberechtigte Kritik an Googles Digitalisierungsaktivitäten auf der einen Seite und Open Access als Publikationsform vor allem von Naturwissenschaftlern auf der anderen Seite. Deshalb, wegen dieser Vermengung, kann man als vernünftig denkender Mensch seinen Appell nicht unterstützen! Mit viel Schaum vor dem Mund hetzt er in “Unsere Kultur ist in Gefahr” gegen die “Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen” 1) (die Anführungszeichen sind von ihm) und gegen Open Access – ohne dieses Wort in den Mund zu nehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Herr Reuß so dumm ist, nicht den Unterschied zwischen dem ungefragten Einscannen von Büchern und Open Access zu erkennen. Vielleicht nutzt er gar wissentlich seine Anti-Google-Kampagne in Sachen Urheberrecht zur Verleumdung von Open Access, dass in den Geisteswissenschaften mit seiner langsamen Buchkultur noch nicht Fuß gefasst hat? Vielleicht ist es Ausdruck eines Unbehagens vor Zeiten, wie sie Jürgen Neffe skizziert hat?!?
Können 1500 Unterzeichner 2) irren? Vermutlich haben die weitaus Meisten gegen die als Enteignung 3) empfundene Einscan-Aktion durch Google gestimmt, nicht gegen Open Access in der Wissenschaft, wie Reuss es darstellt und gerne hätte. Die Zahl ist das Maß der Dinge? Wenn ja, dann sieht’s vergleichsweise schlecht für den “Heidelberger Appell” aus, denn die “Petition for guaranteed public access for public-founded research results” hat bisher 27652 Unterzeichner (Stand 25.04.2009)
Die aktuelle Diskussion wird u.a. dort zusammengefasst:
• Informationsplattform Open Access: Aktuelle Diskussion um Open Access und Urheberrechte
• Infobib: Beiträge mit Tag heidelberger_appell sowie Materialsammlung zum Heidelberger Appell
• Archivalia: Open Excess: Der Heidelberger Appell
• delicious: CHs Bookmarks, alle Bookmarks
1) Alle deutschen Wissenschaftsorganisationen hatten sich gegen seinen “Heidelberger Appell” gewandt und zu Open Access bekannt, haben den Vorwurf der Einschränkung der Publikationsfreiheit zurückgewiesen. ( Gemeinsame Erklärung).
2) Politiker: Dass Frau Zypries den Heidelberger Appell unterstützt, wundert mich eigentlich gar nicht mehr. Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Unterschrift hätte ich nicht erwartet.
3) Die Enteignung der Autoren durch die Verlage wird im Appell bezeichnenderweise nicht thematisiert.
Dienstag, 24. März 2009
Man ist ja fast versucht, Herrn Reuß auf erprobte Art als “Professor aus Heidelberg” zu denunzieren...
Der Herr Reuß wurde zornig, weil er von ihm mit herausgegebene Kleist- und Kafka-Briefe (deren Urheberrecht abgelaufen ist) bei Google-Books entdeckte. Dieser Zorn und einiges Open-Access-Ressentiment entlud sich in einer Polemik in der FR, wilden Repliken (z.B. hier wieder in der FR oder dort als Machtergreifungs-Phobie in der FAZ) auf Gegenargumenten und kulminiert gegenwärtig wohl im Heidelberger Appell. Er und seine Unterstützer werfen Open Access und Google in einen Topf, schreien: “Enteignung”! Ein Kulturkampf tobt.
Zur Genese: Gudrun Gersmann’ Antwort in der FAZ ( dort zitiert und kommentiert) hatte ich im Flieger ans andere Ende der Welt gelesen. (Und dann die Sache vergessen.) Matthias Spielkamp hat heute im Perlentaucher ( Open Excess: Der Heidelberger Appell) eine umfassende und überzeugende Kritik an den Umtrieben von Reuß & Co. geliefert. Klaus Graf sammelt und kommentiert auf Archivalia das Medienecho und die Standpunkte. (Derzeit und in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10). Selbst bei golem.de gibt es einen informativen und kritischen Überblick: Ein Kulturkampf um das Wissen.
Es sieht so aus, als verdeutliche die Kampagne – und welche Unterstützer diese findet – wieder einmal den tiefen Graben zwischen Geistes- und Natur- bzw. Technikwissenschaftlern. Schade, dass von mir geschätzte Literaten und Wissenschaftler (Theweleit, Kehlmann, Braun) zu den Appellunterzeichnern gehören.
[UPDATE:] s.a. KULTURTECHNO, Materialsammlung bei Infobib
Sonntag, 28. Dezember 2008
Sicherlich muss man keinen Jahresrückblick verfassen. Es gibt genug davon, wen interessiert’s!
Dieses Jahr gestehe ich mir aber eine Ausnahme zu, weil es doch einige Besonderheiten, Merkwürdigkeiten und Überraschungen gab. Eine Auswahl:
"Finis, Zweitausendundacht" vollständig lesen
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Schaut und hört man aufmerksam hin bzw. zu, dann kann man feststellen, dass Folgendes auch heute gar nicht so selbstverständlich ist: Es gibt keine Rechtfertigung für eine Sache, die sich selbst höher stellt als den einzelnen Menschen. Solch eine Sache hat nie die Wahrheit auf ihrer Seite, immer nur die Ideologie, die Losung, die Phrase. Wenn wir einer Sache nachhängen, mit Begeisterung, mit Enthusiasmus, kann es leicht geschehen, dass uns Fakten nicht mehr interessieren, oder dass wir sie nicht mehr glauben, dass wir sie für manipuliert halten. Und wir halten es für heldenhaft, kein Mitleid zu zeigen, da es doch um etwas Höheres geht. Für Menschen, die nie einen Bruch erlebt haben, mag das banal sein. Sorry.
Danke für den Text, Jörg! (Obwohl ich das Buch nicht des Nocheinmal-Lesens wert finde.)
Mittwoch, 26. November 2008
 Es blieb spannend bis zum Schluss, und endet am 9. November ‘89; das letzte typographische Zeichen in Tellkamps “Der Turm” ist, sehr sympathisch, ein Doppelpunkt.
Für mich ist das Erzählte nicht weniger als die literarisch verdichtete Quintessenz der 80er Jahre in der untergegangenen DDR. Da ist irgendwie alles drin, was ich unbewusst gesucht habe. Da ist vieles drin, was ich gar nicht gesucht habe, was auf dem Wege des Vergessens war. Für mich stimmt, was Jens Bisky in der SZ (laut Schutzumschlag) behauptet haben soll: Wer wissen will, wie es damals war, soll diesen Roman lesen.
Wobei später Geborene und anderswo Sozialisierte ihre Probleme haben werden, manche Eigenart, manches Zeichen, manches Verhalten zu verstehen. (Das ist dann ungefähr so unbekannt absurdes Land, wie ich es in Joan Didions Amerika-Essays beschrieben finde. Gleichwohl spannend.) Natürlich versucht man Personen zu entschlüsseln, ich vor allem in den Schriftsteller-Kabalen. Man denkt dann, z.B. Fühmann, Hacks, die Kuczynskis entdeckt zu haben, aber das ist Quatsch. Die Figuren sind Typen, in jeder stecken mehrere. Ebenso sind manche Ereignisse satirisch überzeichnet, mögen unwahrscheinlich, unglaubhaft sein – und sind gerade deshalb wahr. Es ist ein Roman und kein Geschichtsbuch, es ist Kunst.
Tellkamp erzählt unglaublich spannend und abwechslungsreich. Ganz und gar nicht langweilig sind diese fast tausend Seiten, mitunter gar sehr pointiert: Das kürzeste Kapitel hat 3 Zeilen und besteht aus fünf Worten.
Mehr Worte, eine ausführliche Rezension mit grober Darstellung des Inhalts, der Handlung, findet sich u.a. bei Begleitschreiben.
Sonntag, 16. November 2008
 Ich habe die Hälfte, das erste Buch von Tellkamps “Der Turm” – Die Pädagogische Provinz – geschafft. Und ich bin immer noch begeistert von seiner Art zu erzählen, eine Art, die ich als Wiederentdeckung der Langsamkeit des Erzählens, das Pflegen eines gründlichen Erzählens empfinde. Dabei gibt es stilistisch eine ziemlich große Abwechslung, manche Kapitel kommen als Drama daher, andere sind Slapstick, reflexiver Tagebucheintrag, Naturbeschreibung usw..
Und dann ist da dieses Motiv, dass die spezifisch Dresdener Art zu denken, früher und heute, sehr gut beschreibt: Dresden ... In den Musennestern / wohnt die süße Krankheit Gestern
Sonntag, 9. November 2008
 Nein früher war nicht alles besser.
Seit einer Woche lese ich Tellkamps Turm. Deutscher Buchpreis hin, Vorschusslorberen her, es muss sich zeigen, ob sich die schnell aufgebaute Spannung auch beim kapitelweisen Weiterlesen halten kann. Tellkamps detaillierte, oft ausufernden Beschreibungen von Dingen, Geschehnissen und Figuren erzeugt bisher einen unglaublichen Sog, der einige Aufmerksamkeit fordert, die nun anderswo fehlen mag...
Das Dresden der 80er, vor allem das Villenviertel auf dem Weißen Hirschen, ist der Schauplatz. Ein paar Jahre zuvor hatte ich in der Stadt Informatik (die man damals noch Informationsverarbeitung nannte) studiert – zu einer Zeit also, in der die Computer noch fast ausschließlich in Rechenzentren weggesperrt waren. Zwar hielt ich mich gelegentlich in der Nähe des Weißen Hirschen auf, aber Kontakte oder Einblicke gab es nicht. Man raunte sich zwar manches, auch unglaubwürdig Scheinendes über Ardenne zu, aber sonst: keine Ahnung von dieser Parallelwelt. (Diesen Gerüchten, Erzählungen gibt Tellkamp ordentlich Futter; das Urania-Kapitel, in dem er die erstaunlich kurze Halbwertzeit von Moral und Anstand beim intellektuellen Establishment zeigt, zählt bisher zu den eindrucksvollsten.) Mit der Straßenbahn fuhr man an merkwürdig weiträumigem, kasernenartigem Gelände vorbei. Das könnte Ostrom gewesen sein.
Zwei Bilder:
"Der Turm" vollständig lesen
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