Freitag, 19. Juni 2009
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Warum erscheint der Mond so groß, wenn er sich in der Nähe des Horizonts befindet? | Astrodicticum Simplex | ScienceBlogs.de - Wissenschaft, Kultur, Politik
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Martin Grötschel und Jochim Martin, ZIB-Report 09-10, Die Autoren beschäftigen sich seit fünfzehn Jahren intensiv mit elektronischem Publizieren, Open Access, etc..Trotzdem zeigen sie sich von vielen der Entwicklungen in dieser Zeit überrascht. Sie sind überzeugt, dass diejenigen, die in ihrer wissenschaftlichen Arbeit nicht
so eng mit Informationstechnik verbunden sind wie sie, den im Report skizzierten raschen Wandel kaum oder nur mit großer Verspätung bemerken und deshalb auf viele Möglichkeiten zur Anreicherung ihrer wissenschaftlichen Methodik verzichten. In diesem Sinne soll der Report Anregungen geben...
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Primaklima | ScienceBlogs.de - Wissenschaft, Kultur, Politik: das Benfordsche Gesetz, auch Newcomb-Benford’s Law (NBL), geistert durch das Web ... wird als Beleg für die Wahlfälschung im Iran gesehen. Faszinierend ist das Gesetz schon, als Beleg taugt es aber wohl nichts...
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Telepolis: Herrn Barths Teil 2 von Humboldt in Bologna? ist eine erneute Würdigung des 2008 erschienen Buches von und über 68er Professoren, meist aus Anlass ihrer Emeritierung: “Das Elend der Universitäten. Neoliberalisierung deutscher Hochschulpolitik”. Barth würdigt vor allem, dass in den meisten der dort versammelten Beiträge die politischen Hintermänner der Bologna-Reformen benannt werden: Bertelsmann-Stiftung, CHE, INSM, Bucerius, DIE ZEIT,...
Dienstag, 11. Dezember 2007
 “ Persepolis” ist wirklich ein herzerwärmender Film, für mich einigermaßen erstaunlich, weil eine Comic-Verfilmung.
Wahrscheinlich ist der Verfremdungseffekt notwendig, um solch’ starken Tobak unterhaltsam zu erzählen.
Wie Holger empfand ich die Story von Marjane Satrapi sehr authentisch erzählt, die Familiengeschichten, die Geschichten einer Kindheit und Jugend, die Geschichte des Iran. (Hinsichtlich des Irak-Iran-Krieges bleibt mir anzumerken, dass nicht nur der Westen beide Seiten mit Waffen beliefert hat. Auch der Osten. – Aber vielleicht haben die kleinasiatischen Parteien das gar nicht unterschieden, die kalten europäischen Kriegsparteien: alles Westen.)
Samstag, 24. November 2007
Nach Nummern ohne wirkliche Glanzlichter entschädigt mich die Zeit diesmal mit einigen wirklich guten Beiträgen. Merkwürdigerweise im Feuilleton.
Die Exil-Iranerin Marjane Satrapi (“ Persepolis”) unterläuft mehrmals im Interview die Erwartungen der Fragerin, weist die westliche Deutungshoheit hinsichtlich korrektes Gebaren zurück. Und: sie hat “immer noch Sterne in den Augen”.
Der rumänische Film “ 4 Monate. 3 Wochen. 2 Tage.” von Christian Mungiu, eine ungeschönte “subjektive Bestandsaufnahme des Kommunismus in Rumänien” gewann überraschenderweise in diesem Jahr die Goldene Palme. – Frau Radisch meint, vermutlich zutreffend: Dass im glitzernden Cannes ausgerechnet dieser nackte, ganz auf die menschlichen und filmischen Grundbausteine reduzierte Film die Goldenen Palme gewann, erzählt nebenbei noch von einer anderen, ernst zu nehmenden Tragödie: vom Überdruss des Westens an sich selber, von der Sehnsucht nach einem Leben jenseits der Mattscheibe.
Dumm baut gut. So ist der Artikel über den Dresdner Elbbrückenbau-Skandal überschrieben. Dieser handelt von der typisch sächsischen Melange aus Korruption, Naivität, Obrigkeitsglauben und Hemdsärmeligkeit, handelt von eigenartigen Rechenkünsten, dem Betrug an den Bürgern sowie der Verweigerung eines Santiago Calatrava oder Norman Foster. – Evelyn Finger bringt für mich in diesem Artikel das gegenwärtige Ostdeutschland mit seinem Drang zu sinnlosen infrastrukturellen Großprojekten auf den Punkt, und zwar mit der Feststellung: Weil auch die Brücke ein Symbol ist. Sie steht für Beschleunigung, Zweckoptimismus und Wachstumswahn im schrumpfenden Ostdeutschland. Sie ist eine Chiffre der trügerischen Hoffnung, dass man die real existierende Stagnation durch einen utopischen Kapitalismus beheben könne. Wo der Euro nicht mehr richtig rollt, wird künstlich Bewegung erzeugt. Denn das sind die großen Ängste der Brückeneuphoriker: vom Fortschritt abgehängt zu werden. Im Grünen Gewölbe hocken zu bleiben.
Freitag, 23. Juni 2006
 Coole Mädels und tumbe Jungs vom Lande in Uniform, erstere wollen ins Stadion und danach mit der iranischen Mannschaft nach Deutschland zur WM, letztere wissen gar nicht so richtig, worum es da drinnen im Stadion eigentlich geht: Fussball, Gesellschaft in Absurdistan – das geht nur, das geht sehr gut als Komödie. Offside.
Aus einem Kommentar in der IMDB:
However, thinking now about Offside, it’s hard to imagine it as anything other than a comedy, because the situation it presents is so obviously ridiculous. As the women demand to know why they can’t watch the soccer match and their captors struggle to answer, the only possible outcome is comedy. What makes Offside most affecting is that the young women are not portrayed as activists attacking the system. They are simply soccer fans and patriots, and despite the fact that they are clearly being treated unfairly, they never lose their focus on the match and the historic victory that is within their nation’s grasp.
Samstag, 17. Juni 2006
Soweit ich lese, ist die NZZ die einzige Zeitung, die sich in einem Kommentar dem jüngsten Treffen der Schanghai-Connection genannten Staatenverbindung widmet. Der Bericht ist distanziert bis skeptisch: weil die teilnehmenden Länder zum Teil Autokratien, Militärdiktaturen, Theokratien und mehr oder weniger schwache Demokratien – also so ganz und gar anders als “wir” – sind, sollen China, Russland, Indien, Iran, ... geopolitisch bedeutungslos sein?
Wenn sich dies ‘mal nicht, über kurz oder lang, als fahrlässiger Irrtum herausstellt!
Freitag, 3. März 2006
Iran ist anders, als die Politik und in deren Gefolgschaft die Medien es sehen. Dieses Gefühl hatte ich schon beim Betrachten der Berlinale-Filme aus dem Iran ( 1, 2, 3).
Die FAZ schreibt heute über das Buch “Wir sind der Iran” von Nasrin Alavi. Die iranische Weblog-Szene blüht, heute soll Farsi an vierter Stelle der in der Blogosphäre verwendeten Sprachen stehen. Und die Zielgruppe ist groß: mehr als siebzig Prozent der Einwohner Irans sind jünger als dreißig und angeblich mit dem Internet vertraut.
Die meisten Iraner führen ein Doppelleben, und Zerrissenheit ist ihr Schicksal: hin und her gerissen zwischen Religion und westlicher Lebenskultur, Anpassung und revolutionären Gedanken. Eines wird besonders deutlich: Diese Nation hat genug Krieg erlebt und ist jeglichen Kampf müde geworden. Die Einwohner, besonders Teherans, stecken in einem Dilemma, denn sie wollen, daß sich ihr Leben ändert, doch sie vertrauen nach dem Scheitern der Revolution von 1979 diesen Anstrengungen nicht mehr. Die einzige Möglichkeit für viele ist die Anpassung im Alltag und die ersehnte Freiheit in den eigenen vier Wänden, von Vorhängen vor der Außenwelt notdürftig geschützt [...] Trotzdem hat Iran in den letzten fünfzig Jahren gewaltige und positive Umwälzungen erlebt, und die Anhänger der Demokratie können sicher sein, daß achtzig Prozent der Bevölkerung für Reformen sind, behauptet Nasrin Alavi und proklamiert den Aufstand gegen die Mullahs – zumindest im Web.
Donnerstag, 16. Februar 2006
 Der heutige Tag begann mit “ Men at work (Kargaran mashgool-e karand)” des Iraners Mani Haghighi. 4 Männer, stark gefährdet in Sachen midlife-crisis, auf der Rückfahrt von einem missglückten Skiurlaub. Sie sehnen die Übertragung des WM-Qualifikationsspiels Iran vs. Japan am Abend herbei.  Bei einer Pinkelpause springt ihnen ein merkwürdiger Stein ins Auge und ins Hirn: das Phallussymbol(?) gehört gestürzt. Auf die komischste Art und Weise machen sie sich und vorbeikommende Helfer ans Werk. Doch trotz Esel, Stahlseil-Winde am Jeep, einer Kettensäge-schwingenden Frau u.a. will es nicht gelingen. Der Stein wackelt nicht. Spät abends, im Auto sitzend, das Fussballspiel wird abgepfiffen, 2:1 gewinnt der Iran, da stürzt der Stein tosend zu Tal (man sieht es nicht). Willkommen in Deutschland, Iran!
Es ist der komischste, heiterste Film, den ich bisher auf der Berlinale sah. Er unterläuft alle europäischen Erwartungen, denen zufolge ein hier gezeigter iranischer Film mindestens sozialkritisch sein muss.
"Berlinale V" vollständig lesen
Dienstag, 14. Februar 2006
Die Berlinale besteht eigentlich aus zwei Berlinalen. Da ist zum Einen die Glamour-Welt des Kino-Biz mit den Wettbewerbsbeiträgen und den Stars und die, die es werden wollen, sowie den Kreischenden am Rand des Roten Teppichs. Dieser Teil der Berlinale ist der in den Massenmedien präsente Teil, also muss er wohl sein. So weit, so uninteressant. Der andere, zweite Teil der Berlinale, das sind die Filme, Filmemacher aus dem Rest der Welt, aus den anderen 180 Ländern dieser Erde, auch aus den Schurkenstaaten. Und ihr Publikum: Es interessieren sich so viele Menschen für diese Art von Filmen, dass gar früh morgens um 10 Uhr die Kinos voll sind.  Die Filme und deren Macher sprechen nicht die Sprache der Politik, die Sphäre der Kunst steht über dieser.
Heute als erstes “ Congo River (Au-delà des ténèbres)” vom Belgier Thiery Michel, eine Reise-Reportage den Kongo hinauf, von der Mündung bis zur Quelle. Ins Herz der Finsternis. (Joseph Conrad) Ein Film voller Fragen, es ibt keine Antworten, schon gar keine schnellen “Analysen” wie im Fernsehen so oft. Aber Meinungen. Michel hält den Kongolesen irgendwie auch den Spiegel vor, spätestens seit seinem Film über Mobuto darf er das wohl. Und Michel thematisiert die koloniale Vergangenheit des Kongo. Der Fluss als Zeuge.
"Berlinale III" vollständig lesen
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