Montag, 30. Januar 2006
 Das Jahr fing ja gut an, habe schon drei sehr gute Kinofilme gesehen: Erst Allens Match Point, dann Mereilles Der ewige Gärtner und zuletzt Hanekes Caché. Die genannte zeitliche Abfolge ist auch eine der Wirkungs-Steigerung, Caché trifft am meisten. Und Kino muss weh tun, sonst kann man sich die Zeit besser vertreiben.
“Was ich erzählen will, ist die Irritation der Zuschauer. Nur eine Irritation bewirkt wirklich etwas. Man will ja aus dem Kino nicht so rauskommen, wie man reingegangen ist - das wäre verlorene Zeit.” (Michael Haneke) “Ein Film muss wehtun wie ein Stein im Schuh. Es gibt doch keinen anderen Grund, ins Kino zu gehen. Wenn man was Schöneres erleben will, ist Sex besser. Oder Kanufahren.” (Lars von Trier)
Caché bei der Wikipedia und Telepolis
Der ewige Gärtner bei der Wikipedia und Telepolis
Match Point bei der Wikipedia und Telepolis
Sonntag, 1. Januar 2006
Lars von Trier:
“Ein Film muss wehtun wie ein Stein im Schuh. Es gibt doch keinen anderen Grund, ins Kino zu gehen. Wenn man was Schöneres erleben will, ist Sex besser. Oder Kanufahren.”
Im Jahre 2006 via DVD gesehene Filme:
"Heimkino 2006" vollständig lesen
Sonntag, 1. Januar 2006
Michael Haneke:
“Was ich erzählen will, ist die Irritation der Zuschauer. Nur eine Irritation bewirkt wirklich etwas. Man will ja aus dem Kino nicht so rauskommen, wie man reingegangen ist - das wäre verlorene Zeit.”
Lars von Trier:
“Ein Film muss wehtun wie ein Stein im Schuh. Es gibt doch keinen anderen Grund, ins Kino zu gehen. Wenn man was Schöneres erleben will, ist Sex besser. Oder Kanufahren.”
Tilda Swinton:
The State of Cinema
The place where you met Jacques Tati for the first time
Jean Cocteau
Michael Powell
Buster Keaton
Bresson’s donkey Balthazar
the Méliès moon
and Chris Marker
and Luis Buñuel
and some people you are yet to know, just around the corner
Someone called Terrence Malick
and someone called Wong Kar Wai
and someone from Hungary called Béla Tarr
and someone from Italy called Federico Fellini
and someone from Switzerland called Jean-Luc Godard
and someone from Iran called Abbas Kiarostami
and someone from America called David Lynch
where the Pixar people live
where you saw China first
and Japan before you went there, hand in hand with Miyazaki
and Africa
and Sweden
and the universe under the sea
Im Jahre 2006 im Kino gesehene Filme (die zuletzt gesehenen stehen oben):
"Kinofilme 2006" vollständig lesen
Sonntag, 18. Dezember 2005
Rabenhorst freut sich, dass Fritz Langs “ Metropolis” jetzt bei archive.org zum Download ansteht, und so finde ich ein interessantes Internet Archiv mit dem etwas hochtrabenden Motto “Universal access to the human knowledge”.
Nichtsdestotrotz: Es gibt tolle Stummfilmklassiker (Public Domain), neben “Metropolis” z.B. “Nosferatu” - Eine Symphonie des Grauens“ und ”M - Eine Stadt sucht einen Mörder", es gibt Texte, z.B. das freie, internationale Project Gutenberg (nicht das kommerzielle deutsche Projekt!) mit dem menschlichen Genom (auch ein Text!), es gibt Musik, Software und mehr.
archive.org ist ein Bookmark wert!
Donnerstag, 1. Dezember 2005
Tolles Photo (von Albrecht Kunkel) einer tollen Schauspielerin!
Dienstag, 29. November 2005
 Umdenken am angeblich einbrechenden Kinomarkt? - Nun, das DVD-Heimkino ist schon eine Weile populär. Die Regale werden aber vom gleichen Bullshit überschwemmt, den wir schon im Kino nicht sehen wollten. Eine Ausnahme ist das Label “ Arthaus”.
Neu ist “Good Movies”; dahinter steht eine ganze Reihe deutscher unabhängiger Verleiher. “The Nomi Song” (Horn 2004) und “The Five Obstructions” (von Trier) sind z.B. bisher vom Arsenal-Verleih auf Silberling erschienen.
Montag, 31. Oktober 2005
Der Film “ Tropical Malady” fiel zunächst durch mein Aufmerksamkeitsraster, das vordergründige Sujet - die homosexuelle Beziehung zweier Thailänder - interessierte mich nicht. Doch dann hörte und las ich: das ist der ungewöhnlichste, mysteriöseste Film, den es zur Zeit zu bestaunen gibt.
Es stimmt. Für den zweiten Teil.
Katja Nicodemus in der Zeit:
Man kann das Interpretieren aber auch einfach sein lassen. Und mit Apichatpong Weerasethakuls hypnotischen Bildern in den Wald gehen. Da ist zum Beispiel die Aufnahme eines riesigen Baumes, der in der Nacht minutenlang durch das Licht der Glühwürmchen zu pulsieren scheint. Als sei der Baum ein fremdartiges Lebewesen, eine riesige phosphoreszierende Qualle, die sich ins falsche Element verirrt hat. Oder die Szene, in der sich Jäger und Tiger eine Ewigkeit lang ins Auge blicken. In der Schwärze der Nacht hört man das langsam lauter werdende Zähneklappern des Mannes. Und die Zeit scheint wie eingesogen von der ewig flirrenden Urwaldwand.
Tropical Malady geht über unser klassisches Bilder- und Geschichtenverständnis hinaus. Womöglich gibt es auch gar nicht so viel zu verstehen in einem Film, der auf einer anderen, physischen Art der Wahrnehmung beruht. Einer Wahrnehmung, in der die Unterschiede zwischen Mensch und Wald, Geist und Tier unaufhaltsam vom Grillenzirpen eingeschmolzen werden. Wer sich Weerasethakuls Kino überlässt, den wird sein unheimlicher Seelendschungel, in dem jedes Käferbeinchen an unsere Kreatürlichkeit erinnert, so schnell nicht mehr loslassen.
Samstag, 22. Oktober 2005
 Nach dem eher als “drückend” empfundenen Abend mit Joseph Weizenbaum noch einmal das Filmscript von Lutz Dammbeck “ Das Netz” gelesen. Darin: David Gelernter, Computerwissenschaftler, Autor des Buches und CEO von “ Mirror Worlds”, und seine Vison einer zukünftigen virtuellen Gesellschaft, die nur noch auf Software basiert. Auf Basis einer Software, die nicht wie Windows und Unix die Daten in Ordnern verwaltet, sondern in einem einzigen, schwarmförmigen “Zeitstrom”, wo alles gleichzeitig verfügbar ist und man nicht überlegen muss, wo es sich befindet. (Erinnert mich an Konzepte wie das von Pile (s.a. Die paranoide Maschine.)
Dann auch den zauberhaft-aufrührerischen Film von Lynn Hershman-Leeson “ Conceiving Ada” wiedergesehen. Tilda Swinton als Ada Augusta Lovelace, sehr eindrucksvoll. Conceive steht laut Leo übrigens für: ausdenken, begreifen, ersinnen, fassen, konzipieren, verstehen, schwanger werden. Conceiving Ada: Ada zeugen.
Es geht weiter, Zukunft bleibt spannend!
Sonntag, 2. Oktober 2005
Kann man Terrorismus verstehen? Kann man die Protagonisten des Terrorismus verstehen? Daran haben sich auch viele Filmemacher abgearbeitet, Rainer Werner Fassbinder zum Beispiel. Gelegentlich scheint es gar Themenabende im TV zum Terrorismus zu geben (Tipp von Rabenhorst). Im Kino hat mich vor einiger Zeit die Dokumentation “ Black Box BRD” von Andres Veiel zu Wolfgang Grams und Alfred Herrhausen sehr beeindruckt.
Aktuell im Kino ist der sehr sehenswerte europäische Film “ Paradise Now”. Ein beklemmender Einblick in die Mentalität von (palästinensischen) Selbstmordattentätern, in die Mechanismen des von Hintermännern gesteuerten Irrsinns. Man sollte sich den Film im arabischen Original (mit engl. Untertiteln) ansehen und sich so die wohl unglückliche Synchronisation ersparen. Und vor dem Hintergrund der Diskussionen immer daran denken: es ist Kunst, es ist ein fiktiver Spielfilm!
s.a. die Rezension des Films bei Telepolis
Montag, 2. Mai 2005
 Die Reihe “Beauty Politics” des Events “Über Schönheit” im Haus der Kulturen der Welt hatte am letzten Samstag ein sehr interessantes Programm: “Der perfekte Mensch”.
Die Sehnsucht nach körperlicher Perfektion ist uralt und hochaktuell. Immer schon haben Menschen in allen Kulturen versucht, ihre Körper ( Hals, Fuss) zu verändern. Derzeit sind Schönheits-Operationen zu einem breiten gesellschaftlichen Trend geworden. (Pro-Kopf-Spitzenreiter soll übrigens Südkorea sein.) Die Veranstaltung behandelte in teils hochkarätigen Vorträgen, wie sich die derzeitigen Trends in den Medien widerspiegeln, was einen Körper, ein Gesicht attraktiv macht, was eine körperliche Modifikation für die Identität ausmacht.
"Der perfekte Mensch" vollständig lesen
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