
Vorgenommen hatte ich mir das ja schon lange, schon lange bevor hier das neue MacBook Pro mit 2 GB RAM zu werkeln begann. Nun ist
Parallels Desktop for Mac in der aktuellen Version 3 installiert, und es konnte losgehen. Die Installation von
Debian 4.0 Etch von DVD war ein Kinderspiel, nach ‘ner guten Stunde lief das System inklusiver aller Dienste. Über Bridged Ethernet bekommt das Gastsystem eine eigene IP, und stellt sich im lokalen Netz als eigener Server dar.

Da die
hier schon genannten, derzeit unter Debian laufenden, intranet-artigen Dinge wie das
Bibliotheksblog und der WebCalendar im Herbst auf eine Sun Fire V240 umziehen sollen, wird’s Zeit für mich, ein bissel mehr mit Solaris ‘rumzuspielen. Also sollte
OpenSolaris (Solaris Express Developer Edition 5/07 [nv64] vom
Linux-Tag-Distributionen-Weitwurf) ebenfalls unter Parallels laufen. Ich habe mich für die aktuelle DVD entschieden, da die von
Sun angebotenen fertigen Images für Parallels sich auf die sehr alte Version 1 der Desktop-VM beziehen.
Die Installation von Solaris Express ist zunächst einfach, aber langwierig. Der Installer braucht mindestens 768 KB RAM. Nach reichlich zwei Stunden, in denen man manchmal glauben mag, das System sei eingefroren, ist alles installiert, einschließlich der Entwicklertools “Sun Studio”.
Dann jedoch begann die eigentliche Arbeit.
Mit Hilfe der bloggenden Solaris-Community. (
Macscape,
Solarium,
MySQL DBA) gelang dies aber.
Zunächst nervt sendmail, müllt die Konsole voll, weil der Hostname keine ordentliche Domain enthält. Mit
svcadm disable sendmail
kann man das Abschalten.
Die rechte Maustaste ist durch Parallels auf Shift-Ctrl-Click gesetzt. Das funktioniert beim Solaris-Gast unter dem Gnome-Desktop, aber nicht unter CDE. Dann kommt Solaris nicht mit der Mac-Tastatur zurecht, logisch. Aber ich brauche die Zeichen
~ [ ] | { }
und bastle also an der X11-Konfiguration. Mit
/usr/openwin/demo/xev
bekommt man ‘raus, welchen Keycode die rechte Apfel-Taste hat, bei meinem MacBook Pro ist es 117. Auf diese Taste wird die in der Nicht-Apple-Welt essenzielle AltGr-Taste gemappt.
/usr/openwin/bin/xmakemap > $HOME/.xmodmaprc
legt eine private X11-Startdatei mit den Tastencodes an, die dann entsprechend zu ändern ist:
vi $HOME/.xmodmaprc
Am Ende der Datei,
vor der Zeile
add mod2 = Mode_switch
wird die Zeile
keycode 117 = Mode_switch
eingefügt. Die merkwürdige leere Zuweisung in der letzten Zeile
add mod5 =
habe ich auskommentiert (mit einem ‘!’), da sie beim Aufruf eine fehlermeldung produziert.
Abschließend sollte es reichen, ~/.xmodmaprc in der Startdatei ~/.xinitrc aufzurufen:
/usr/openwin/bin/xmodmap $HOME/.xmodmaprc
das funzt aber bei mir nicht, ~/.xinitrc wird bei der X11-Anmeldung
nicht abgearbeitet, also muss ich die Datei manuell oder in der ~/.bashrc aufrufen:
. ./.xinitrc
Nun stehen mir die o.g. Zeichen zur Verfügung, ich muss nur raten, wo sie liegen. (Da, wo sie auf der PC-Standardtastatur liegen.)
So weit, so gut. Doch die meisten Probleme bereitet zunächst das nicht funktionierende Netzwerk! Es ist schlicht kein Ethernet-Interface da, das von Solaris erkannt wird und benutzt werden könnte. Parallels meint, das MacBook Pro hätte ein Realtek 8029 Ethernet. – Längere Suche, kurze Lösung: Man muss die zu Parallels gehörenden und mitinstallierten Tools (vmtools.iso) via Menü-Eintrag “Geräte - CD/DVD - Image einbinden” mounten. Dann kann der 8029-Driver installiert werden.
cd /cdrom/prltools/drivers/network/rtl8029/solaris
./network.sh
Nach einem Solaris-Reboot wird nun die Ethernet-Karte erkannt, das Interface ni0 ordentlich geplumbt.
Jetzt kann’s also mit dem Testen mit den Diensten und Anwendungen losgehen!
Der Screenshot zeigt, sofern man reinzoomt bzw. auf das Bild klickt ist es auch erkennbar, drei unixoide Betriebssysteme (Mac OSX als Host, Debian und Solaris als Gäste) mit jeweils gestartetem Apache; alles ist gegenseitig und natürlich von anderen Systemen hier im Netz via ssh und http(s) erreichbar.
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