Freitag, 3. März 2006
Iran ist anders, als die Politik und in deren Gefolgschaft die Medien es sehen. Dieses Gefühl hatte ich schon beim Betrachten der Berlinale-Filme aus dem Iran ( 1, 2, 3).
Die FAZ schreibt heute über das Buch “Wir sind der Iran” von Nasrin Alavi. Die iranische Weblog-Szene blüht, heute soll Farsi an vierter Stelle der in der Blogosphäre verwendeten Sprachen stehen. Und die Zielgruppe ist groß: mehr als siebzig Prozent der Einwohner Irans sind jünger als dreißig und angeblich mit dem Internet vertraut.
Die meisten Iraner führen ein Doppelleben, und Zerrissenheit ist ihr Schicksal: hin und her gerissen zwischen Religion und westlicher Lebenskultur, Anpassung und revolutionären Gedanken. Eines wird besonders deutlich: Diese Nation hat genug Krieg erlebt und ist jeglichen Kampf müde geworden. Die Einwohner, besonders Teherans, stecken in einem Dilemma, denn sie wollen, daß sich ihr Leben ändert, doch sie vertrauen nach dem Scheitern der Revolution von 1979 diesen Anstrengungen nicht mehr. Die einzige Möglichkeit für viele ist die Anpassung im Alltag und die ersehnte Freiheit in den eigenen vier Wänden, von Vorhängen vor der Außenwelt notdürftig geschützt [...] Trotzdem hat Iran in den letzten fünfzig Jahren gewaltige und positive Umwälzungen erlebt, und die Anhänger der Demokratie können sicher sein, daß achtzig Prozent der Bevölkerung für Reformen sind, behauptet Nasrin Alavi und proklamiert den Aufstand gegen die Mullahs – zumindest im Web.
Freitag, 3. März 2006
Nur einer wird wohl letztlich durchkommen, nur eines übrigbleiben.
Im Gegensatz zur Unix-Tradition des Spaltens, des immer wieder neuen Entstehens von Derivaten, stehen die Zeichen derzeit eher auf Konsolidierung des Marktes. Erst wird HP-UX (und True64, MVS usw.) verschwinden, irgendwann dann vielleicht auch AIX das Schicksal von OS/2 ereilen. Alles läuft auf Sun Solaris hinaus. So abwegig ist also Scott McNealy’s Offerte gar nicht.
s.a. dort und dort zum Verhältnis Solaris & Linux
(via c0t0d0s0.org)
Freitag, 3. März 2006
Ja, das kann ich so nachvollziehen:
Mit ein wenig an Systematik aber lässt sich die gesammelte Popgeschichte immer noch an drei Fingern abzählen. Da ist zum Ersten das Prinzip Beatles: das Ausgleichende. Gefällige. Dagegen das Prinzip Rolling Stones: rüpelnd. Delinquent. Mopedfahrer des Rock. Etwas abseits davon als Prinzip drei Pink Floyd: delinquentes Denken, experimentelle Kunst (oberschülertauglich), der unbedingte Wille zu dem, was man gerade unter Originalität versteht. In diese drei Töpfe lässt sich wirklich alles einsortieren. Auf die Beatles folgen Queen, Oasis, R.E.M. Die Rolling Stones sind ewig jung mit Led Zeppelin, AC/DC (die Schuluniform!), Sex Pistols, The Strokes. Das Prinzip Pink Floyd: Coldplay, Radiohead.
Solange nichts wirklich anderes kommt - warum sollte es kommen? - bleibt mein Interesse an altem Wein in neuen Schläuchen gering. Und mit dem Begriff Pop kann ich eh nix anfangen...
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